Ferne LiebeWork in Progress

Ich melde Vollzug!

Der Film ist ein Film

Genau dieser eine Moment

Man mag sich das immer so als großen Moment vorstellen: Noch einmal tief durchatmen, der Schweiß steht einem auf der Stirn, tausende Gedanken gehen einem durch den Kopf und dann kommt er – dieser eine Tastendruck, der alles beendet. Klingt groß – und Leute, ist es auch! Es ist genau dieser eine Moment! Dieser eine Moment, an dem man loslassen muss, dieser Moment, in dem man realisiert: Über neun Monate Arbeit werden mit einem einzigen Mausklick abgeschlossen. Man klickt, der Computer speichert und das war’s! Jetzt kann man nichts mehr tun – außer Abwarten.

Mitten in der Nacht

Genau eine Woche vor der großen Weltpremiere ist dieser Moment auch bei Ferne Liebe unausweichlich gekommen. Irgendwann spät in der Nacht war es, wohl so um 3.15 Uhr. Der letzte Schnitt wurde noch einmal um zwei Bilder korrigiert und nun gut: Jetzt gibt es nichts mehr zu tun! Das Ding ist fertig. 108 Minuten und 47 Sekunden. Leidenschaft und Emotionen, die Liebe zum eigenen Verein, auch wenn dieser hunderte Kilometer weit entfernt ist.

Ein Film über Fußballfans

In einer Woche werden wir dann wissen, ob sich die Mühen für uns gelohnt haben. Wir werden wissen, ob die Leute, für die wir diesen Film gemacht haben, ihn annehmen, ob er ihnen gefällt und ihnen vielleicht sogar neue Horizonte geöffnet hat. All die Abende und Nächte, die wir am Schneidetisch gesessen haben, mit uns selbst diskutiert haben, um jede Minute Film gekämpft haben, versucht haben, abzuwägen – was interessiert, was langweilt? All die Gedanken, die wir uns gemacht haben, was ein Film über Exilfans überhaupt zeigen muss, zeigen kann, zeigen darf. All die Unsicherheiten, ob ein Film über Fußballfans eventuell auch Menschen interessieren kann, die dem Fußball selbst gar nichts abgewinnen können, all die Überlegungen, wie man zeigen kann, dass ein Großteil der Fußballfans eben nicht die prügelnden und pöbelnden Gewalttäter sind, die in der Boulevardpresse so viel mehr Aufmerksamkeit bekommen als sie verdienen. All dies – nun ist es vorbei, Vergangenheit. Die Zukunft ist nun der fertige Film. Er wird zeigen, ob wir in den letzten neun Monaten gute Arbeit geleistet haben. Wir drücken uns die Daumen!

The Disorder

Weltinteressierter, offenaugiger, nachtneugieriger Individualmensch in glücklicher Zweierbeziehung, der Musik und Fotos macht, Bücher schreibt und Filme filmt.

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