SOMMER VOR'M BALKON

Endlich wieder schreiben

Und wieder eine Geschichte. Wieder ein Pamphlet. Ich traue mich nur noch zu flüstern, damit mich keiner hört. Es brennt Licht überall. Überall brennt noch Licht. Ganz schön unaufgeräumt die Bude da drüben. Knutschen, als würde es keiner sehen… und auf meinem Balkon brennen nur Kerzen – sonst nichts. Nichts brennt. Alles tot. Eine Mücke verglüht. Das Summen verstummt. Das Summen der Haustüröffnung stört das Magengefühl. Genau wie die nackte Frau da drüben am Fenster – da ist sie wieder. Lange nicht mehr gesehen. Und schon vermisst. Die Sau. Die rasierte Sau… sie hat einen Kerl dabei. Der sieht viel besser aus als ich. Jünger! Nicht so fett!

Eine laue Sommernacht

Eine Nacht auf dem Balkon. Mitten im Sommer. Halb drei und noch immer klappern die Absätze auf dem Asphalt. Schon wieder dieses Summen. Dabei dachte ich, die Mücke sei tot. Könnt Ihr nicht einfach Eure Türen offen lassen? Der Türöffner! Das nervt – ist zu laut, passt nicht in die langsam leider werdende Stadt. Denn da drüben läuft ein Fernseher… blaues Licht… den Sternenhimmel sieht man kaum. Zu hell in der Stadt. Blaues Licht flackert vom Fernseher drüben. Aber nicht nur.

Die nackte Frau von gegenüber

Denn wenn man ehrlich ist – ganz schön langweilig. Wenn schon die nackte Frau das Highlight ist… ganz schön. Ganz schön langweilig. Wenn schon die nackte Frau das Highlight ist. Habt Ihr denn nicht mehr zu bieten? Ganz schön ist sie ja. Ganz schön langweilig. Irgendwann wird es auch wieder hell. Die Frau zieht sich was über. Die Sonne kommt. Der heilige Osram. Ich glaube, ich gehe ins Bett. Ich glaube nicht wirklich. Aber ich gehe ins Bett.