Fragmente

Was wäre, wenn…

… oder die letzten Worte eines plötzlich Verstorbenen

Stell Dir das mal vor

Du kommst nach Hause, findest mich tot, findest diesen Zettel und kannst es Dir nicht erklären. Hättest Du einfach nur mal zugehört. Hättest Du die fünf Minuten investiert… Dir wären die Stunden der Frage nach dem Warum erspart geblieben. Jetzt ist es zu spät. Ich habe es nicht so gewollt, schon gar nicht geplant. Die Zettel würden nicht da liegen, wo sie liegen. Ich hätte sie weggeschlossen, vielleicht sogar vernichtet. Denn wenn ich geahnt hätte, dass es zu Ende geht, ich hätte vorher aufgeräumt.

Nur mal ausruhen

Doch jetzt bin ich müde, zahle meiner sterblichen Hülle Tribut und werde mich für ein paar Stunden der Gedankenlosigkeit ergeben – und dementsprechend nicht eine Zehntelsekunde daran denken, dass ich nicht mehr aufwachen werde. Du kannst Dir also sicher sein, dass ich glücklich war und bin – irgendwo in der Gewissheit, dass ich nach ein paar Stunden wieder unter die Lebenden zurückkehre.

Leben und Tod

Nun, da Du diesen Zettel gefunden hast, weiß ich, dass es dieses Mal irgendwie anders gelaufen ist. Doch sei Dir versichert, es ist mir egal. Dort, wo ich jetzt bin, kann ich mich nicht mehr aufregen. Mit dem Schlaf kann ich leben, mit dem Tod nicht. Denn plötzlich sitzt eine Spinne auf meinem Hinterkopf, rammt mir ihre Kiefer in den Schädel und schießt mich einfach weg. Sie weiß es nicht besser. Sie ist eine Spinne und spinnt eben.

Stichworte

The Disorder

Weltinteressierter, offenaugiger, nachtneugieriger Individualmensch in glücklicher Zweierbeziehung, der Musik und Fotos macht, Bücher schreibt und Filme filmt.

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