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Am Ende des Tages

Was bleibt mitten in der Nacht?

Mitten in der Nacht

Was bleibt am Ende eines arbeitsreichen Tages? Zunächst sicher die Gewissheit, wieder eine Menge von dem geschafft zu haben, was man sich für die wenigen, vielen Stunden zwischen Aufwachen und Einschlafen vorgenommen hat. Die Arbeit am London-Buch geht gut bis sehr gut voran und ich verrate an dieser Stelle nicht zu viel, dass schon in den nächsten Tagen ein endgültiger Veröffentlichungstermin fest stehen wird. Auch Ideen für weitere Projekte gibt es genug – die Schublade ist voll von bekritzelten Zetteln, festgehaltenen Gedanken und Entwürfen für eine bessere Zukunft. Tatendrang ist auch vorhanden und reduziert den Schlaf auf ein gerade noch erträgliches Minimum.

Was bleibt?

Und dennoch bleibt die Frage: Was bleibt übrig von diesem arbeitsreichen Tag? Ein Schritt in die richtige Richtung? Das Gefühl, den eigenen Zielen wieder etwas näher gekommen zu sein? Leider nein. Ich hetze mich durch den Tag, habe mich durch den gestrigen Tag gehetzt, werde mich durch den morgigen Tag hetzen. Wieder werde ich viele Dinge erledigen, die ich mir vorgenommen habe. Und wieder werde ich am Ende des Tages das Gefühl haben, im Großen und Ganzen nicht einen Millimeter voran gekommen zu sein.

Vielleicht noch ein Bier

Bevor ich mich dann doch dem Schlaf ergebe, werde ich noch eine letzte Zigarette rauchen. Vielleicht werde ich auch noch ein Bier trinken, allein, weil der Alkohol schön schläfrig macht. Oder ich lasse das Bier weg, weil der Tag mit seinen Aufgaben dem Alkohol die Arbeit abgenommen hat. Mit offenen Augen werde ich noch eine Weile im Bett liegen und der Musik aus der Nachbarwohnung lauschen. Es ist das selbe Lied wie gestern abend und in diesem Moment würde ich Wetten abschließen, dass es auch morgen wieder das selbe Lied sein wird. Über den Hinterhof stöhnt sich ein Pärchen bei offenem Fenster zum Höhepunkt und ich frage mich, ob ich es wagen kann, die schlafende Schönheit neben mir aus ihren tiefen Träumen zu entführen.

Den eigenen Träumen ergeben

Doch wie die Nächte zuvor auch, lasse ich es bleiben, lasse sie schlafen und ergebe mich den eigenen Träumen. Die Bilder in meinem Kopf kreisen um die Pläne für den morgigen Tag und wenn ich in wenigen Stunden vom schrillen Signalton meines Weckers in diese Welt zurückgeholt werde, weiß ich genau, mit welchem Gedanken ich gestern eingeschlafen bin: Alltag!

Stichworte

The Disorder

Weltinteressierter, offenaugiger, nachtneugieriger Individualmensch in glücklicher Zweierbeziehung, der Musik und Fotos macht, Bücher schreibt und Filme filmt.

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