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Ein Tag an der Saar

EIN TAG AN DER SAAR

EIN TAG AN DER SAAR

Baumwipfelpfad Saarschleife (Deutschland)
49° 30′ N, 6° 32′ O • 200 m üNN • UTC+2
Mettlach: 11.975 Einwohner  • 78,16 km² • 153 Einw./km²
www.baumwipfelpfade.de/saarschleife/
17.07.2020

Überblick und Ausschau

Nicht wenige Menschen mögen es, wenn sie den Überblick haben, die Lage überschauen und das Gefühl haben, alles im Griff zu haben. Nun, und wo bekommt man den Überblick am besten? Natürlich an Orten mit Überblick – in dem Falle dann mit Ausschau.

Ein majestetischer Ausblick

Ein sehr bekannter Punkt mit Ausschau ist der Aussichtspunkt Cloef oberhalb der Saarschleife in der Nähe von Mettlach. Wer hier steht, sieht die Saar zunächst auf sich zukommen, dann um neunzig Grad winden und in die andere Richtung wieder verschwinden. Der Überblick ist majestetisch, man steht so schön über allem.

Der seltsame Baumwipfelpfad

Warum man nun direkt über den alten Aussichtspunkt, der es für Jahrzehnte immer getan und ausgereicht hat, noch einen Baumwipfelpfad durch den Wald schlagen muss – man erklärt es wohl am besten mit der Krankheit unserer Zeit: Immer noch höher, immer noch größer, immer noch weiter. Wer sich über das kleine Örtchen Orscholz der Saarschleife nähert, dem sei jedenfalls empfohlen, nicht gleich die 11,- Euro Eintritt für den Pfad hinzublättern, sondern zunächst einfach mal in den Wald hinein in Richtung Cloef zu laufen. Wer nach dem Blick von dem Felsvorsprung dann immer noch der Meinung ist, er habe nicht genug gesehen, kann sich den Baumwipfelpfad ja noch immer gönnen – oder sich einfach freuen, dass er das Geld statt für den Eintritt nun für eine Stärkung direkt im Cloef-Artrium ausgeben kann.

Weiter in die römische Villa

Nachdem man sich die Saarschleife angesehen und danach gestärkt hat, kann man am frühen Nachmittag dann zur Römischen Villa nach Borg aufbrechen. Mit dem Auto sind dies mal gerade 20 Minuten Fahrt. Das Freilichtmuseum besteht aus einer freigelegten, rekonstrierten römischen Villa rustica und bietet eine gute Ahnung vom Leben in der Region zur Zeit der römischen Antike.

Nach antiken Plänen gebaut

Das Herrenhaus liegt dabei zentral zur Mittelachse der Anlage und besitzt eine fast 100 m² große Empfangshalle. Die Ausstattung der gesamten Anlage wurde anhand vorgefundener Überreste und des allgemeinen Wissenstandes über römische Gebäude vorgenommen. Türen, Fenster und auch das Mobiliar sind nach antiken Vorlagen gebaut. Besonders beeindruckend ist hier das römische Bad und die römische Küche.

Stärkung in der Taverne

Nach einem ausgiebigen Rundgang über das Gelände, bei dem auch die verschiedenen Gärten zu beeindrucken wissen, kann man sich in der Taverne auf der Anlage mit Kaffee und Kuchen stärken. Oder man greift auf die Speisen zurück, die nach Rezepten aus dem »De re coquinaria« zubereitet werden. Diese Sammlung von Rezepten ist das älteste erhaltene Kochbuch der römischen Antike.

Zum Abschluss ein Rundgang durch Saarburg

Nach der erneuten Stärkung geht es mit dem Auto dann ins etwa 25 Kilometer entfernte Saarburg. Die bereits in Rheinlad-Pfalz liegende Kreisstadt bietet neben ihrer Burg und der Saar noch eine ganz besondere Attraktion. Mitten durch die Stadt fließt nämlich auch das Flüsschen Leuk und bevor dieses in die Saar mündet, fällt es in einem Wasserfall etwa 18 Meter in die Tiefe.

Noch schnell auf die Burg, dann Abendessen

Sehenswert ist auch die Burg, die über der Stadt thront und von der man – womit sich der Kreis schließt – einen guten Überblick über die Gegend hat. Der Aufstieg kann über zwei Seiten geschehen – vom Ufer der Saar am Ende der Altstadt ist er steil und eng und hat seinen ganz eigenen Charme. Und wer dann erst einmal oben gewesen ist, hat sich das abschließende Abendessen in einem der unzähligen Restaurants rund um den innerstädtischen Wasserfall redlich verdient.

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