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DiSORDERUNIVERSE

Tagesausflug nach Wittenberg

TAGESAUSFLUG NACH WITTENBERG

TAGESAUSFLUG NACH WITTENBERG

Lutherstadt Wittenberg (Deutschland)
51° 52′ N, 12° 39′ O • 75 m üNN • UTC+2
46.008 Einwohner • 240,34 km² • 191 Einw./km²
www.wittenberg.de
01.06.2020

Die Wiege der Reformation

Nur etwas mehr als eine Autostunde südlich von Berlin liegt Lutherstadt Wittenberg. Wie der Name schon verrät hat die Kleinstadt eine große Vergangenheit – die sie vor allem einem Mann verdankt: Martin Luther. Der spätere Kirchenreformator wurde im Jahr 1508 durch Johann von Staupitz, einen Gründungsprofessor der Universität, nach Wittenberg berufen und blieb der Stadt an der Elbe mit einigen Unterbrechungen bis zu seinem Tode treu. Seine 95 Thesen »Disputatio pro declaratione virtutis indulgentiarum« (Disputation zur Klärung der Kraft der Ablässe) gelten bis heute gemeinhin als Beginn der Reformation. Historisch umstritten ist, ob Luther die Thesen tatsächlich am 31. Oktober 1517 eigenhändig an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg genagelt hat.

Überall Martin Luther

Entsprechend des berühmten Sohnes der Stadt, den Wittenberg seit 1938 auch offiziell im Namen führt, trifft man im Stadtbild fast an jeder Straßenecke auf Martin Luther. Dies ist aber vor allem aufgrund der Größe der historischen Altstadt auch nicht wirklich ein Wunder – zieht sich dieser historische Kern doch exakt von der Schlosskirche auf der einen Seite bis hin zum Lutherhaus am anderen Ende.

Der Kirchplatz mit engen Gassen

Um das Stadtbild abzugehen und das Lutherhaus zu besuchen reicht ein Tagesausflug sehr gut aus. Sehenswert ist hierbei vor allem der Kirchplatz rund um die Stadtkirche, in der Luther viele Jahre gepredigt hat. Hier kommt noch am ehesten ein Gefühl dafür aus, wie Wittenberg zu früheren Zeiten ausgesehen haben mag. Mehr als eine Idee wie die Stadt zu Zeiten Luthers ausgesehen hat, wird man heute sowieso nicht mehr bekommen. Hat Lutherstadt Wittenberg heute run 46.000 Einwohner, glich die Stadt im frühen 16. Jahrhundert wohl noch eher einem etwas größerem Dorf. Wittenberg hatte damals nur rund 2.000 Einwohner.

Nur wenige Leute unterwegs

Natürlich ist es gerade in Zeiten einer Corona-Krisen-Pandemie-Zeit schwierig, sich ein einigermaßes »neutrales« über ein Reiseziel zu machen. Auffällig war an diesem Pfingstmontag, dass trotz besten Wetters nur wenige Menschen in der historischen Altstadt unterwegs waren. Das ein oder andere recht gut gefüllte Eiscafé – der Rest war Leere. Dies mag der Ein oder die Andere als sehr angenehm empfinden. Ob dies jedoch immer so ist, vermag ich beim besten Willen nicht zu sagen. An einem Feiertag am Ende eines langen Wochenendes hatte ich jedoch deutlich mehr umherstreunende Menschen erwartet.

Der Weg um den historischen Kern

Neben der historischen Altstadt führt der sogenannte Wallanlagenweg einmal außen um den historischen Kern. Hier kann man einen Blick auf das sonstige Lutherstadt Wittenberg werfen – ob der lohnt, muss jede(r) für sich entscheiden. In weiten Teilen führt der Wallanlagenweg durch grüne Parks. Hier sticht dann vor allem der Universitätspark mit seinem Bunkerberg heraus. Auf diesem Bunkerberg sind eine vielzahl verspiegelter, begehbare Stege installiert, die immer ins Nichts zu führen scheinen.