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DiSORDERUNIVERSE

Ruhe bewaren

RUHE BEWAHREN

RUHE
BEWAHREN

Seien wir doch mal ehrlich: Das konnte doch nun wirklich keiner ahnen. Ich weiß noch, wie ich im Januar mit einer Freundin beim Abendessen saß und wir uns über die ersten Corona-Fälle in China unterhalten haben. So ein Aufwand wegen 150 Infizierten und zwei Toten? Auf die Idee, dass wir nur zwei Monate später selbst alle zu Hause sitzen, wäre ich an dem Abend im Januar im Traum nicht gekommen.

Kontakte eingestellt

Nun ist es also wie es ist. Wir sitzen zu Hause beim Home-Office, haben die physischen Kontakte weitestgehend eingestellt und wenn man Glück beim Einkaufen hatte, sind Kühlschrank und Vorratsschrank voll und man braucht das Haus nicht mehr zu verlassen.

Soziale Distanzierung

»Social distancing« nennt sich das Neu-Deutsch dann. Ein Begriff, der meines Erachtens in die Irre führt. Denn dank unserer Taschen-Computer – auch Smartphones genannt – findet eben eine soziale Distanzierung gar nicht wirklich statt. Wir haben uns vor Corona über Messenger und WhatsApp unterhalten – wir tun es nach Ausbruch der Pandemie ebenso.

Nur noch Corona, Corona, Corona…

Allein: Die Gesprächsthemen haben sich geändert. Es gibt keinerlei kommunikativen Austausch mehr, der nicht zumindest indirekt mit dem Virus zu tun hat. Es wird diskutiert, verlinkt, sich beschwert, gar vom Ende der Demokratie gesprochen. Wer früher Bundestrainer war und zu jedem Fußballthema seinen Senf dazugeben musste, ist nun zum Virologen und Staatsrechtler aufgestiegen und analysiert zudem die politische Lage in Deutschland und der Welt mit einer Präzision, dass jeder ZEIT-Redakteur vor Neid erblasst. Und immer mitten drin: Vollspackos und Selbstdarsteller, die die Welt erklären und sich für relevant genug halten, dass sie ihr Gesicht nun auch noch in die Kamera halten müssen.

Schnauze voll

Mir wird das inzwischen zu viel. Ich möchte nicht über jeden Politiker-Pups diskutieren. Ich möchte Oliver Pocher nicht dabei zusehen, wie er sich selbst zum Messias und Märtyrer der Corona-Epidemie macht. Und ich möchte mich auch an Spekulationen nicht beteiligen, wie lange wir nun zu Hause bleiben müssen und wie viele Tote es am Ende gegeben haben wird (sic!).

Die Kontrolle über das eigene Leben

Es ist erbärmlich, wenn man sieht, wie sehr wir inzwischen die Kontrolle über unser eigenes Leben verloren haben. Wir scheinen inzwischen verlernt zu haben, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen. Wie um Gottes Willen strukturiere ich meinen Tag, wenn ich nicht mehr von neun bis fünf im Büro sein muss?! Naja, am besten halte ich erstmal mein Gesicht in die Kamera und spreche darüber, wie schlecht es mir geht. Schließlich bin ich ja von der Krise am härtesten getroffen.

Einfach nur bemitleidenswert

Wisst ihr was, Leute? Eure Tour ist in der Tat bemitleidenswert. Allerdings nicht aus dem Grund, den ihr euch einbildet. Kommt doch erst mal mit Euch selbst klar. Dann können wir vielleicht auch wieder über wichtige Dinge reden.

Es ist genug gesagt: Funkstille

Bis dahin gibt es von mir Funkstille. Ich werde mich nicht darüber äußern, ob Herr Söder ein gute Krisenmanager ist oder nicht. Ich werde die getroffenen Maßnahmen nicht kommentieren und auch nicht darüber schwafeln, ob sie zu spät, zu früh oder genau zum richtigen Zeitpunkt kamen.

Ein großes Thema

Ich weiß, dass ich auf dieser Seite gerne mal meinen Senf zu diversen Themen dazu gebe. Das werde ich auch weiterhin tun – wenn es die Themen wieder hergeben. Die Ausbreitung des Corona Virus ist mir jedoch zu groß – ich gebe es offen zu und halte meinen Mund. Zum Glück gibt es da draußen ja genügend Leute, die sowieso alles besser wissen. Also distanziere ich mich sozial und begebe mich in selbstgewählte Isolation. Ich freue mich auf die Tage mit mir selbst!

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