Politik national

Das hässliche Gesicht der Politik

Wie Jens Spahn die Aufmerksamkeit auf sich zieht

Profilneurotiker ins Rampenlicht

Lange genug hat es ja gedauert, doch seit einem Monat hat die Bundesrepublik Deutschland in Form einer großen Koalition wieder eine Regierung. Gemerkt hat man dies bisher vor allem an den zunehmenden Peinlichkeiten, mit denen sich die Profilneurotiker der neuen Regierungsmannschaft ins Licht der Öffentlichkeit katapultieren. Da war zunächst Horst Seehofer, der die Diskussion um den Islam in Deutschland wieder eröffnet hat, kaum dass er die Schlüssel seines Heimatmuseums in Händen hielt.

Der CDU-Rechtsaußen

Und da ist natürlich Jens Spahn, CDU-Rechtsaußen, Merkel-Kritiker und Agent Provocateur der neuen Regierung. Kaum ein Tag vergeht, an dem sich der 37-Jährige nicht mit zweifelhaften Äußerungen ins Scheinwerferlicht drängt. Mal disst er Hartz-IV-Empfänger, mal ist ihm das eigene Vaterland nicht sicher genug. Inhalte sind im dabei nicht so wichtig. Die Provokation, die Empörung sind es, die zählen.

Ein Pharma-Lobbyist als Gesundsminister

Zumindest ein Ziel hat der neue Gesundheitsminister damit bereits erreicht: Er ist der bekannteste Politiker in diesem Amt seit Menschengedenken. Oder wissen Sie noch, wer Vorgänger von Jens Spahn war? Hinzu kommt: Ein Pharma-Lobbyist als Bundesgesundheitsminister- das kann man sich nicht ausdenken.

Ein Bauernopfer an die Kritiker

Für Angela Merkel war das Ministeramt für Spahn ein Bauernopfer an die Kritiker in den eigenen CDU-Reihen.  Die Bundeskanzlerin war nach der Wahl mehr als nur angezählt. Sie taumelte, konnte sich nur schwer auf den Beinen halten. Zu schwer wogen die Verluste – vor allem in Richtung rechtes Lager. Die entsprechende Reaktion, dass man verstanden habe und diese Wähler zurückgewinnen müsse, ließ nicht lange auf sich warten.

Spahn schlägt die AfD mit ihren eigenen Waffen

Jens Spahn ist nun also offensichtlich angetreten, genau dies zu tun. Er schlägt die AfD mit ihren eigenen Waffen, provoziert, verbreitet rechts-konservatives Gedankengut und zeigt den rechten Dumpfbacken, dass sie ihr Kreuz bei der kommenden Wahl auch getrost bei der CDU machen können.

Der Zweck heiligt nicht die Mittel

Das mag bis zu einem gewissen Punkt Kalkül sein und wird von Angela Merkel nicht umsonst nur halbherzig abgestraft. Was Herr Spahn und die CDU übersehen: Schlägt man Außenseiter mit den ihren eigenen Waffen, wird man schnell selbst zum Außenseiter. Wobei man das Wort Außenseiter auch gerne mit jedem x-beliebigen Schimpfwort ersetzen kann. Inhalte, die scheiße sind, werden nicht besser, nur weil man CDU auf die Packung schreibt.

Wir brauchen Lösungen

Die große Volkspartei mit dem C für christlich im Namen täte gut daran, sich endlich mal aufs Regieren zu konzentrieren. Da ist nämlich seit Anfang März bisher herzlich wenig passiert. Unser Land braucht Problemlösungen und keine Problemparolen.

Image: Olaf Kosinsky (wikiberatung.de)
Licence: CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons

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The Disorder

Weltinteressierter, offenaugiger, nachtneugieriger Individualmensch in glücklicher Zweierbeziehung, der Musik und Fotos macht, Bücher schreibt und Filme filmt.

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Ein Kommentar

  1. Inzwischen scheint er von seinen Parteioberen ja zurückgepfiffen worden zu sein. Man hört so rein gar nichts mehr von ihm. In Sachen Gesundheitswesen tut sich jedenfalls rein gar nichts. Oder ist der gute Mensch vielleicht gar in Urlaub?

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