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Ein Alptraum von einem Film

Neu auf DVD: "Mother" von Darren Aronofsky

Interesse wecken

Normalerweise beginnt man eine Film-Besprechung mit einer kurzen Inhaltsangabe. Man erzählt dem Leser, worum es geht, gibt einen ersten Einblick in den Handlungsablauf und kann im Idealfall so etwas wie Spannung aufbauen oder eben zumindest Interesse wecken.

Ein klägliches Versagen

Bei »Mother«, dem neuen Film von Star-Regisseur Darren Aronofski (u.a. »Black Swan«), gelingt mir dies nicht. Beim besten Willen: Ich versage beim Versuch, Ihnen zu beschreiben, worum es in dem zweistündigen Spielfilm geht, klaglos. Ich schüttele den Kopf und frage mich allen Ernstes: Was bitte schön soll das?

Eine Idylle auf dem Land

Zugegeben – im Grunde beginnt der Film recht konventionell. Eine junge Frau (Jennifer Lawrence) lebt mit ihrem Mann (Javier Bardem), der offensichtlich ein recht bekannter Schriftsteller ist, in einem wunderschönen, großen Haus irgendwo auf dem Land. Offensichtlich sind die Beiden gerade erst eingezogen, denn überall stehen noch Umzugskisten rum und die Spüle in der Küche ist noch nicht richtig festgeschraubt. Das Paar richtet sich gerade eine eigene Idylle ein.

Eine Idylle, die erste Risse bekommt als der Schriftsteller eines Tages von einem Spaziergang kommt und einen Fremden (Ed Harris) mitbringt. Die Frau traut dem Fremden nicht, sie hält ihn für einen stalkenden Fan ihres Mannes.

Ein wilder Traum

Was dann im weiteren Verlauf des Filmes passiert, kann ich an dieser Stelle beim besten Willen nicht beschreiben, geschweige denn einordnen. Vielleicht hat es mit Verfolgungswahn, mit Schizophrenie zu tun, vielleicht sollte das Ganze ein Thriller werden, vielleicht auch so etwas wie ein Psychodrama. Ich kann es nicht sagen. Vielleicht hatte Regisseur und Drehbuchautor Darren Aronofsky aber auch einfach nur einen seltsamen Traum, den er nun eins zu eins auf die Leinwand gebracht hat.

Die Teile passen nicht

So viel sei an dieser Stelle verraten: Irgendwann schenkt die Frau ihrem Mann noch einem Sohn, der jedoch von einer Gruppe Fans des Schriftstellers umgebracht wird – was schließlich zu einer Revolution führt, die zu einem ausgewachsenen Krieg wird, dessen Hauptschlachtfeld sich mitten im Haus des jungen Ehepaars befindet. Es gibt Tote, das Haus wird verwüstet und am Ende steht alles in Flammen. Sie haben verstanden? Sehen Sie, ich auch nicht.

Lieber Sinnvolles tun

Selbstverständlich kann und darf man als Regisseur von Weltformat Filme machen, die zum Nachdenken anregen und mitunter schwer zu verstehen sind. Bei »Mother« geschieht dies jedoch derart lustlos und beliebig, dass es schon bald nach Filmbeginn zur echten Qual wird. Die Ereignisse scheinen derart zufällig in eine Reihenfolge gebracht worden zu sein, dass ein Zusammenhang nur  schwer erkennbar ist. »Mother« wirkt unter dem Strich wie ein wild zusammengewürfeltes Sammelsurium grotesker Ideen, die spannungslos ohne jeden roten Faden an der Schnur aufgezogen wurden. Ein Film zum Vergessen. Nutzen Sie Ihre kostbare Lebenszeit für Sinnvolles und lassen Sie die Finger von der DVD.

Mother (Mother), USA 2017. Regie: Darren Aronofsky. Darsteller: Jennifer Lawrence, Javier Bardem, Ed Harris, Michelle Pfeiffer. 121 Minuten.

Ab Montag, den 22.01.2018 erhältlich auf Blu-ray und DVD.

Foto: Screenshot Trailer „Mother“

»Mother« von Daren Aronofsky

Meine Wertung

Krude und unentschlossen, unter dem Strich todlangweilig. Was will uns der Autor damit sagen?

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Stichworte

The Disorder

Weltinteressierter, offenaugiger, nachtneugieriger Individualmensch in glücklicher Zweierbeziehung, der Musik und Fotos macht, Bücher schreibt und Filme filmt.

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