LeinwandSo weit weg immer näher

So weit weg immer näher

Ein Film über eine Liebe auf Entfernung

GALERIE

Die Geschichte einer beginnenden Liebe

Authentische Fiktion nennen die Filmemacher THE DiSORDER und Silvana Brunner ihren Film »So weit weg immer näher«, denn die 90-minütige Geschichte einer beginnenden Liebe ist sowohl bildliche Dokumentation als auch nah an der Realität angelehnte Fiktion.

Die Liebe seiner Eltern

2012 begibt sich Martin mit seinen Eltern Gerd und Renate auf eine fast dreiwöchige Rundreise durch den Osten der USA und Kanadas. In seinem Gepäck: Eine Kamera, mit der er die unzähligen Eindrücke zwischen Großstadtmoloch New York und abgeschiedener Einsamkeit der Wälder New Hampshires festhält. Eine Kamera, mit der er aber auch seine Eltern beobachtet, die Art und Weise, wie sie nach über 40 Jahren Ehe miteinander umgehen, ihre Vertrautheit, ihre Nähe, ihre Liebe zueinander. Diese Liebe kommt Martin mitunter stark und unverwüstlich wie eine deutsche Eiche vor.

Der Spross der eigenen Liebe

Umso zarter und zerbrechlicher scheint ihm der Spross der eigenen Liebe. Als kreativer Einzelgänger und individualistischer Nachtmensch hatte er gelernt, sich auf sich selbst zu verlassen und sein Herz nicht in die Hand anderer zu geben. Zumindest, bis ihm kurz vor der lange geplanten Reise Silvana über den Weg läuft. Die junge Studentin und Mutter ist unglücklich verlobt und macht ohne Übertreibung die schwierigste Zeit ihres Lebens durch. Sie ist hin und her gerissen zwischen Pflichtgefühl gegenüber der eigenen kleinen Tochter und dem innigen Wunsch, die fest getretenen und scheinbar vorgezeichneten Pfade ihrer jungen Vorzeigefamilie zu verlassen.

Ungünstige Umstände

Die Umstände sind also denkbar ungünstig, als es auf die große Reise geht und Silvana in Berlin zurück bleibt. Dennoch entwickelt sich aus anfänglicher Sympathie Freundschaft, aus Freundschaft Vertrautheit und schließlich das heimliche Gefühl, im jeweils anderen jemand ganz besonderes gefunden zu haben.

Gefühle auf der Probe

Nicht nur durch die Entfernung ist für beide nun der Zeitpunkt gekommen, die gegenseitigen Gefühle auf die Probe zu stellen. Der Zuschauer wird so Zeuge einer Annäherung. Durch deutliche und berührend ehrliche Worte werden Verletzlichkeiten offenbart und Zutrauen geschaffen. Was als entspannter Familienurlaub geplant war, entwickelt sich mehr und mehr zu einem Roadtrip in die eigene Seelenlandschaft, zu sich selbst und zum Herzen des anderen.

Eine Parabel über das Herzklopfen

In ihrer Parabel über das Herzklopfen gehen THE DiSORDER und Silvana Brunner der Frage nach, was passieren muss, damit aus der zarten Pflanze einer jungen Liebe, deren Sämling sich seinen Weg ans Tageslicht nicht selten mitten durch die Trümmer einer gescheiterten Beziehung sucht, am Ende ein kräftiger Baum mit robusten Wurzeln wird, der auch nach über vierzig Jahren gemeinsamen Lebens jedem Sturm gewachsen ist.

Anfang und Ende in New York City

Ein Roadmovie, das in New York City beginnt und auch dort enden wird. Ein Kreis, der sich nicht erst mit der Erkenntnis schließt, dass auch die älteste Eiche irgendwann aus einem jungen Sprössling entsteht, der von Anfang an gut gepflegt werden muss und deren dicker Stamm ohne die stetige Erinnerung an die ersten Knospen schnell morsch und brüchig werden würde.

Ein Koffer in Berlin

Eine Rundreise also, die uns nicht nur durch die einsamen Wälder Connecticuts, New Hampshires und Vermonts nach Boston, Montréal, Toronto und an den Niagara Fällen vorbei bis nach Washington führt, sondern dabei stets auch einen Koffer in Berlin hat. Denn wenn man letztlich begriffen hat, dass auch in Sachen Liebe der Weg stets das Ziel ist, merkt man ganz schnell, dass es gerade die Sehnsucht nach dem Anderen ist, die so manches Mauerblümchen in den schönsten Farben erblühen lässt.

Vom Leben geschrieben

Auch, wenn die Namen vieler beteiligter Personen nicht nur aus dramaturgischen Gründen geändert wurden, so ist die Geschichte rund um »So weit weg immer näher« keineswegs allein in den Köpfen der Filmemacher entstanden, sondern im wahrsten Sinne des Wortes vom Leben geschrieben worden. Rein dokumentarisch hat THE DiSORDER seine Erlebnisse während einer USA-Kanada-Reise im Jahr 2012 festgehalten. Per Off-Kommentar sind die zum Teil atemberaubenden Natur- und Stadtaufnahmen mit den Nachrichten unterlegt, die er sich während der Reise mit seiner heutigen Lebensgefährtin geschickt hat. Auch diese Nachrichten sind vollkommen authentisch und lediglich in ihrer Reihenfolge und Länge ein wenig fiktional – sprich: dramaturgisch – angepasst.

Ohne Drehbuch schreibt das Leben eine Geschichte

Ohne jedes Drehbuch hat das Leben also eine Geschichte über die Liebe geschrieben, die am Schneidetisch zu einem sehr persönlichen Film über das Suchen und Finden des Herzklopfens wurde. Die Vorgehensweise mag auf den ersten Blick etwas verwundern, doch erstens weiß man schließlich nie vorher, welche Geschichten das Leben noch für einen bereit hält und zweitens heißt es an einer Stelle des Films doch auch so schön: “Fellini hat auch viel gefilmt und danach daraus etwas geschnitten.”

So weit weg immer näher (Far Away Coming Closer), Deutschland/Schweiz 2014, Regie: The Disorder, 93 Minuten

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TRAILER

STAB

Vor der Kamera

Buch
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Tonmischung
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Kamera-Assistenz Berlin
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Archiv
Sekretariat
Produktionsassistenz
Produktionsleitung
Aufnahmeassistenz
Aufnahmeleitung
Ausführender Produzent
Produktion
Regie

Silvana Brunner, The Disorder, Renate Zeising, Gerd Zeising
The Disorder, Silvana Brunner
Oliver Klemm
Tamara Winkler
Michael Reimann, The Disorder
Alexander Ziegler
Tina Oppermann, Bernd Schulte
Frank Scheffler
The Disorder, Gerd Zeising, Claudia Graf
Emma Hintz
Erik Mollenhauer
Franziska Altenmann
Lotte Schenk
Julia Hoffmann
Anne Rüdiger
Jan Sittig
Christian Amelang
Matthias Seidler
Michael Fechtner
Oliver Dobrisch
Frank Iwanowski
Anton Wolf-Kretschmar
Ronald Nitz
Gregor Jungmann
Dirk Reinhard
THE DiSORDER
THE DiSORDER, Markus Arenz, Kai Ronneberg, Kerstin Lübbers
Daniel Lohner, Annkathrin Blume
Anneke Wunderlich
Dr. Ingo Haberstroh
Verena Pockel
Natalie Ochsner
Claudia Egerer
Frank Herrmann
Jörg Escherich
Katharina Haese
Uwe Meinhardt
THE DiSORDER
THE DiSORDER

Stichworte

The Disorder

Weltinteressierter, offenaugiger, nachtneugieriger Individualmensch in glücklicher Zweierbeziehung, der Musik und Fotos macht, Bücher schreibt und Filme filmt.

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