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Neu auf DVD: »Mission: Impossible – Fallout«

Tom Cruise rettet zum sechsten Mal die Welt

Fluch und Segen

Das Internet ist mal wieder schuld. Ähnlich wie die Musikindustrie leidet auch die Filmindustrie in Zeiten digitaler (und damit verlustfreier) Kopien an stark zurückgehenden Umsätzen. Damit einhergehend: Die immer weiter einbrechenden Gewinnmargen.

Fehlender Mut zum Risiko

Die Folge? Die Studios verlieren den Mut zum Risiko. Statt auf neue, interessante Formate zu setzen und den gemeinen Zuschauer mit nie Dagewesenem in die Kinosäle zu locken, setzt man seit vielen Jahren auf bereits eingerittene Pferde – und übersieht mitunter, dass aus so manchem Rennpferd der ersten Stunde inzwischen ein lahmer Ackergaul geworden ist.

Überall nur noch Superhelden

Da hilft es dann auch wenig, die ewig selbe Geschichte im neuen Superheld-Gewand zu erzählen oder sich vom SpinOff dann auch noch ein Prequel aus den Fingern zu saugen. Irgendwann langweilt auch das lauteste Krach-Bumm-Peng.

Am Ende: Immer wieder Happy-End

Noch schwieriger wird es, wenn es dann sogar immer wieder derselbe Held ist, der in leicht abgewandelten Abenteuern am Ende doch immer wieder für das Happy End sorgt. Nicht umsonst werden trotz unterschiedlicher Darsteller die Abstände zwischen Bond-Filmen immer länger. Bei 007 haben die Macher verstanden: Entweder man bringt Neues oder man wartet, bis der Kinofan Details des letzten Abenteuers vergessen hat.

Masse statt Klasse

Etwas anders verfährt man da bei der Mission: Impossible-Reihe mit Tom Cruise in der Rollen des Agenten Ehtan Hunt. Zum nunmehr sechsten Mal geht das ebenfalls schier unzerstörbare US-Bond-Pendant auf Bösewicht-Jagd. Doch im Gegensatz eben zum Agenten im Dienste seiner Majestät, bei dem die Einsätze in immer größeren Abständen erfolgen, jagd und hetzt Tom Cruise in immer kürzeren Intervallen über die Leinwand.

Fit wie ein Turnschuh

Über zwanzig Jahre sind seit der ersten Kino-Adaption der 1960er-TV-Serie inzwischen vergangen und das einzig wirklich Erstaunliche dabei ist, wie gut Tom Cruise sich bis heute gehalten hat. Der Mann geht schließlich inzwischen stramm auf die Sechzig zu.

Tom Cruise rettet die Welt

Doch egal, ob der Film nun »Fallout«, »Phantom Protokoll« oder »Rogue Nation« heißt: Der Inhalt ist schnell erzählt. Bösewicht will die Weltherrschaft und nur Cruise, pardon Hunt, kann dies mit seinem kleinen Spezialistenteam verhindern. Bis dies allerdings geschieht, braucht es noch die ein oder andere Verfolgungsjagd, ein paar technische Finessen und zum Ende hin natürlich einen Countdown, der selbstverständlich auf keinen Fall mehr als eine Sekunde vor Ablauf gestoppt werden darf.

Sex sells

Auch die schöne Frau, die sich geheimnisvoll gibt und von der man bis kurz vor Schluss nicht genau weiß, auf welcher Seite sie steht, darf bei Mission: Impossible nicht fehlen. Wir kennen diesen Stereotypen zwar als Bond-Girl, doch schlecht kopiert ist besser als ganz weggelassen.

Über zwei Stunden volle Dröhnung

Und so knallt und kracht es eben auch im sechsten Teil der Agentenreihe, dass es für den gemeinen Actionfan nur so eine Pracht ist. 147 Minuten Dauerdröhnung – was will man mehr? Wer keine Ansprüche in Sachen geschliffener Dialoge stellt und auch über das ein oder andere Logikloch lächelnd hinweg sehen kann, ist mit dem actionreichen Blockbuster bestens beraten. Eine 5.1-Soundanlage sollte es im Heimkino dann aber doch schon sein und die Tüte Chips sollte als Knabbervorrat mindestens drin sein.

Pro Explosion einmal in die Chipstüte fassen

Denn immerhin, einen Vorteil hat Mission: Impossible Fallout: Da können die Chips oder anderes Knabberzeug beim Verzehr noch so laut sein. Die nächste Explosion kommt bestimmt und dann heißt es: Knabber frei!

A Mission: Impossible – Fallout, USA 2017. Regie: Christopher McQuarrie. Darsteller: Tom Cruise, Rebecca Ferguson, Simon Pegg, Ving Rhames. 147 Minuten.

Ab Donnerstag, den 13.12.2018 erhältlich auf Blu-ray und DVD.

Foto: Screenshot Trailer »Mission: Impossible – Fallout«

»Mission: Impossible - Fallout« mit Tom Cruise

Meine Wertung

Krach, Bumm, Peng auf allen verfügbaren Tonkanälen und über zwei Stunden volle Dröhnung Action - perfekt für alle, die es mögen.

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The Disorder

Weltinteressierter, offenaugiger, nachtneugieriger Individualmensch in glücklicher Zweierbeziehung, der Musik und Fotos macht, Bücher schreibt und Filme filmt.

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